Projekte

Neben individuellen Workshops für verschiedene Gruppen hat seebach zahlreiche Projekte in den Bereichen Theater- und Kunstpädagogik umgesetzt. Einen kleinen Überblick geben wir hier:

Asyloper

Das theaterpädagogische Projekt „Asyloper“ ist das bislang größte von Olga Seehafer und Felix Forsbach durchgeführte Projekt. 10 Kinder zwischen 11- 15 Jahren haben gemeinsam mit den beiden Leitenden von Mai 2019 – September 2019 dieses Stück erarbeitet. Auf der Grundidee von Christoph Schlingensiefs Operndorf ging es nicht darum mit den Kindern eine Oper zu inszenieren sondern die Kinder konnten ihre Themen, Songs und Ideen auf die Bühne bringen und so zeigen was ihre Oper ist. So kreiste die „Asyloper“ um die Themen Rassismus, Asyl und Mobbing. Die Handlung lehnte sich an Rossinis Opernlibretto „Moses in Ägypten“ an und es wurde die scheiternde Liebesgeschichte von Elsa und Osirides verwandt. Olga und Felix sagen an dieser Stelle allen Mitwirkenden an der Asyloper herzlich DANKE! Einen kurzen schönen Einblick in unsere Arbeit kann in den Videos gewonnen werden.

Gefördert von:

Asyloper – Dokumentation von Johannes Kreuser


Asyloper – Trailer von Thomas Paulmann

Grenzen | Gesetze | Gefühle

Im Projekt „Grenzen | Gesetze | Gefühle“, welches wir Dank der Förderung von „tanz+theater machen stark“ im Rahmen von „Kultur macht stark“ des Bundesverbands freie darstellende Künste im Frühjahr 2017 durchführten ging es um die ästhetische Bildung von Kindern und Jugendlichen mit sozial benachteiligten Hintergründen. Es wurde über die Kunstformen: Improvisation, Schauspiel, Tanz und Musik die Selbsterfahrung der Kinder und Jugendlichen vorangetrieben. Es ging inhaltlich daher um folgende alltäglich relevante Themenbereiche: Was sind Gefühle? Wo stoße ich an Grenzen? Wo sind meine gefühlsmäßigen Grenzen und wie sind die Regeln des Spiels: „Leben“? Was sind Grenzen sowohl allgemein als auch individuell? Sind staatliche Grenzen auch individuelle Grenzen? Kann ich über meine eigenen Grenzen hinausgehen und damit etwas bewegen?
Durch theatrale Improvisationen lernten die Teilnehmenden ihre Grenzen kennen, sie zu versetzen, sie zu schützen, die anderer zu respektieren und sie lernten, dass sie gemeinsam ein ästhetisches Produkt erschaffen können. Durch die Inszenierung eines Stückes lernten die Teilnehmenden generelle und individuelle Grenzen kennen. Dennoch ist wiederum zentral, dass sie herausfanden, dass sie etwas erschaffen können. Die Erfahrungen und das Gelernte aus dieser Theaterarbeit werden den Teilnehmenden automatisch in ihrem Leben außerhalb des Projektes helfen und sie stärken.

Gefördert von:

Leer Gut – Räume mit Geschichten füllen

Im Projekt “Leer Gut – Räume mit Geschichten füllen” gefördert vom Bundesverband freie darstellende Künst e.V. – „tanz+theater machen stark“ wurden Jugendliche zwischen 11-17 Jahren aus unterschiedlichen sozialen Hintergründen und Herkunftsländern vereint. Mit den Jugendlichen wurde künstlerisch gearbeitet: die Teilnehmenden sollten die Möglichkeit bekommen Themen und Geschichten, die sie betreffen oder  bewegen, individuell künstlerisch aufzuarbeiten. Thematisch kristallisierte sich schnell das Thema “Rassismus” heraus. Alle Teilnehmenden hatten Migrationshintergrund und persönliche Erfahrungen mit Rassismus gemacht. Ein Schwerpunkt in den Gesprächen über Rassismus bildete auch der Begriff “Passivität”: Das Nichts-Tun der Mitmenschen, die eigene Handlungsunfähigkeit. Es entstand die Performance „Gegen Rassismus für Freundschaft“ im öffentlichen Raum (Fußgängerzone in Bamberg). Zehn Jugendliche fielen in der Fußgängerzone auf engem Raum auf den Boden und blieben regungslos liegen. So lagen die Jugendlichen 15 Minuten auf der Straße und erregten bei den Passant*innen großes Aufsehen und am Ende der Aktion erhielten sie wertschätzenden Applaus.

Außerdem entstand eine Tanzperformance zum Thema NSU. Und einige Jugendiche beschäftigten sich mit den Ausdrucksmöglichkeiten der bildenden Kunst und machten Fotomontagen, darin lernten sie mit handwerklichen künstlerischen Methoden Bildverfremdungen zu produzieren, die über die Möglichkeiten digitaler Bildbearbeitung, die sie tagtäglich mit Apps ihrer Smartphones machten hinausgehen. Während der Arbeit kristallisierte sich ein Teilnehmer: Necat, als besonders sozial heraus. Er hielt die Gruppe zusammen, bekräftigte sie und nahm dadurch auf sehr bescheidene Weise eine leitende Position ein. Das Talent Necats sieht man im Kurzfilm „10 Fragen an Necat“ von midnight productions. Dank des Willens der Jugendlichen konnten wir viele verschiedene individuelle Ausdrucksformen zu unserem Oberthema “Rassismus” finden und in  künstlerischen Beiträgen festigen. Diese einzelnen Beiträge wurden am vorletzten Tag der Intensivphase versammelt und wir konnten eine 45-minütige Aufführung der Ergebnisse im Leerstand vor Publikum präsentieren.

Link zum Video: 10 Fragen an Necat

Außerdem präsentierten die Jugendlichen in einer kleinen Ausstellung ihre entstandenen Werke und auch der Film “10 Fragen an Necat” wurde dem Publikum zum ersten Mal gezeigt. Die Reaktion auf die Ergebnisse waren bei dem gesamten Publikum sehr gut und viel wichtiger: es wurde spürbar, dass die Jugendlichen gestärkt aus dem Theaterprojekt in ihren Alltag zurückkehrten.

 

Gefördert von:

Entscheidungen

Im Frühling 2017 führten wir einen Workshop für Teilnehmende aus dem Bundes Freiwilligen Dienst durch. Dieser einwöchige Kurs wurde vom Diakonischen Werk e.V. für die Teilnehmenden ihres „FSJ“ angeboten. Im Verlauf des Workshops indem zunächst Übungen aus dem Bereich Theaterpädagogik und Improvisationstheater gemacht wurden entwickelte sich aus der Gruppe heraus der Wunsch die Ideen in einer Aufführung öffentlich zu machen. Das Thema, welches die Teilnehmenden für sich und die Öffentlichkeit wichtig fanden war das Thema „Entscheidungen“ – dies entstand aus dem Umstand, dass sich alle Workshopteilnehmer*innen innerhalb ihres freiwilligen sozialen Jahrs über Entscheidungen in ihren persönlichen Biografien Gedanken machten. So entstanden unter dem Titel „Entscheidungen“ Interventionen im öffentlichen Raum. Als Symbol für den Übergang wurde als Ort der performativen Aktion die Untere Brücke in Bamberg gewählt. Passant*innen mussten, wollten sie die Brücke überqueren an einer menschlichen Mauer vorbei. Es gab immer nur zwei Öffnungen in der Mauer, die jeweils mit Überschriften wie z.B. „glücklich – unglücklich“ oder „rechts – links“ versehen waren. Außerdem legten sich die Teilnehmenden in einer Performance im öffentlichen Raum neben selbstgeschriebene Zitate in denen sie thematisierten welche Entscheidungen bzw. Entscheidungsmöglichkeiten sie derzeit beschäftigen auf den Boden der Bamberger Innenstadt.

Listen to movement

Räume denken – Ich sehe was, was du nicht siehst…

[Fotos: Marian Lenhard]

Im April und Mai 2019 führten wir in Kooperation mit dem Franz KAfkA e.V. und iSo e.V. den 12-tägigen Theaterkurs „Räume denken“ durch. Wir begannen ergebnisoffen die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen. Schnell stellte sich das Thema „Mobbing“ aus dem Gruppengefüge heraus. Es gab Fälle von Mobbing, mit denen die Kinder und Jugendlichen persönliche Erfahrungen hatten. So entstand schnell der Tenor, dass das Thema des Workshops: „Räume denken – ich will Räume in denen es kein Mobbing gibt“ sein sollte. Es wurde gemeinsam mit den Teilnehmenden über das Thema gesprochen und die Idee einer künstlerischen Umsetzung wurde entwickelt. Es sollte am 11.5.2019 im Rahmen der Bamberger Veranstaltung „Kultur im Leerstand“ eine Aufführung mit den Bestandteilen: Lied, Tanz und Improvisationstheater geben. So wurde auf die Aufführung hin ausgerichtet gemeinsam mit dem Musiker und Komponisten Dominik Tremel ein Lied komponiert zu welchem der deutsch-englisch-türkische Text von den Kindern und Jugendlichen selbst geschrieben wurde. Außerdem wurde ein Tanz zu dem Thema von den Jugendlichen in Eigenregie einstudiert und teilweise improvisierte und vorbereitete Szenen zum Thema „Mobbing“ geprobt. Die Umsetzung des Projekts fand dann in den zur Zeit leerstehenden Räumen der ehemaligen „Gärtnerei Rost“ statt.

Weil insbesondere das Lied auf große Resonanz stieß denken wir darüber nach an diesem gemeinsam mit den Jugendlichen in einem Folgeprojekt weiterzuarbeiten.

Wir Danken allen Förderern, die das Projekt möglich gemacht haben. „Räume denken…“ wurde gefördert von: Kulturfonds Bayern – Bereich Bildung, Adalbert-Raps-Stiftung und Kulturförderung der Stadt Bamberg.